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Die Pfarrkirche St. Pankratius und ihre Denkmäler

Der Name Reiste wird zuerst urkundlich im Jahre 1231 erwähnt.

1231 ist Pelegrinus de Reste unter den Zeugen. Als Graf Gottfried von Arnsberg dem Kloster Marienfeld ein Haus zu Gestelle überträgt (Westf. Urk. Buch WUB, Bd. III. Nr. 290, S. 158; Philippi, Osnabrücker Ur. Buch, Bd. II, Nr. 268).

Die alte Kirche stammte aus der romanischen Bauperiode, d.h. sie ist wahrscheinlich zwischen 1100 – 1200 erbaut worden. Es war eine romanische Hallenkirche, dreischiffig, ursprünglich ohne Chor. Dieser wurde erst im Jahre 1756 angebaut. Die alte Kirche wurde 1846 abgebrochen, nachdem sie am 31.07.1835 wegen Einsturzgefahr geschossen worden war.

Die alte Kirche stand auf dem heutigen alten Friedhof (1986): Das Patronat der Kirche, das bis 1313 der Äbtissin in Meschede zugestanden hatte, wurde 1319 von Erzbischof Heinrich II. von Köln dem Probst zu Meschede übertragen.

Nach Schließung der Kirche wurde vorläufig die Kapelle zu den 14 Nothelfern in Nieder-Reiste als Notkirche genutzt. Im Dezember 1835 zog die Gemeinde in eine umgebaute alte Scheune des Herrn von Weichs um. Diese Scheune stand direkt neben der heutigen Kirche an der nördlichen Seite. Der Gottesdienst wurde bis zur Fertigstellung der neuen Kirche am 14.11.1852 in dieser Notkirche abgehalten. An diesem Tage wurde die neue Kirche von dem Reister Pastor Johannes Schulte im Auftrage des Bischofs von Paderborn geweiht.

Die alte wie auch die neue Kirche sind dem Heiligen Pankratius geweiht. Die Verehrung dies Heiligen, dessen Gebeine im Jahre 985 nach Gent in Belgien überführt wurden, erhielt im 11. Jahrhundert neuen Aufschwung. Sehr viele Kirchen an der heutigen Bundesstraße 55 sind diesem Heiligen geweiht (z.B. Warstein, Belecke, Anröchte, Gütersloh).

Mit dem Bau der neuen Kirche auf dem Gelände des ehemaligen Junkern-Hofes in Reiste wurde am 05.05.1849 begonnen. Die feierliche Grundsteinlegung war am 25.07.1849, als die Umfassungsmauern schon 3 m hoch waren. Die Baupläne zu dieser in gotischem Stile erbauten Kirche fertigte Bau-Insp. J. Cronenberg aus Arnsberg. Bauunternehmer war der Maurermeister Ferdinand Bigge aus Meschede, Ihm zur Seite stand der Zimmerermeister Wilhelm Reiter aus Arnsberg. Die Bauarbeiter kamen zum großen Teil aus Hessen, ais der Gegen um Marburg und Amöneburg.

Der Bau war veranschlagt mit 20.065,-- Thaler.

Eine besondere Tragik war die Aufbringung der Kosten für den Kirchenbau. Nach den Bestimmungen des „Constitutio Clementina" vom Jahre 1715 oblag dem Fiskus als Zehntherrn die Baupflicht von Schiff und Chor. Eine gütliche Einigung kam nicht zustande und der Fiskus wurde verurteilt, sämtliche Baukosten zu tragen. Er lehnte aber nach die Kosten für den Turm, als nicht zur Kirch gehörig, ab. Die Baukosten betrugen für den Fiskus 18.028,00 Thaler und die Gemeinde 6.000,00 Tahler. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf aber am 31.08.1858 jeden Einwohner die Klage des Fiskus auf Rückzahlung der fiskalischen Gelder in Höhe von 18.028,00 Thaler. Der Prozess dauerte von 1858 bis 1876 und fiel auch in 3. Instanz beim Obertribunal in Berlin zu Ungunsten der Kirchengemeinde aus. Die dem Fiskus zu erstattende Summe mit Zinsen seit 1858 beliefen sich nun auf rund 116.000,00 Thaler, ohne die ungeheuren Prozesskosten. Noch bis zum Ausgang des Jahrhunderts musste jede Familie zur Tilgung der Riesenschulden beitragen. Wer nicht zahlen konnte, der wurde gepfändet, wie es von einem Bauern bekannt ist, der zwei Rinder abgeben musste. Im Jahre 1898 wurden die letzten Schulden bezahlt. Das waren die Freuden und Schrecken über die Vollendung eines stolzen Kirchenbaues.

Die Gesamthöhe des Kirchturmes beträgt mit Kreuz 48 m.

Die Kriegergedächtnis-Kapelle vor der Kirche wurde im Jahre 1921 errichtet und am 18.09.1921 geweiht. Bauunternehmer war die Fa. Mergheim aus Oberkirchen.

Im Jahre 1999 wurde eine umfangreiche Außen- und Innenrenovierung der Kirche abgeschlossen. 

Kunstdenkmäler in dieser Kirche:

Die Pieta

Die lebensgroße Pieta wurde im Jahre 1885 von dem Bildhauer C. Brockmann in Oelde nach Achtermann gefertigt. Zum 50jährigen Ortsjubiläum des Pastors Johannes Schulte wurde die Pieta als Geschenk der Pfarrgemeinde angeschafft.

Die heilige Sippe

Das Hochrelief der hlg. Sippe ist der Überrest eines Seitenaltares aus dem Spätmittelalter. Das Werk wurde um 1510 geschnitzt. Es ist aus Lindenholz und wird dem Peter von Kolhuisen zugeschrieben. Im Jahre 1885 wurde sie mit einer neuen Fassung versehen, welche aber später wieder entfernt wurde. Beachtung fand das Werk bei einer Ausstellung im Jahre 1879 in Münster.

St. Pankratius

Die Holzplastik des Kirchenpatrons wurde im Jahre 1637 aus Lindenholz geschnitzt. Sie ist mit Schwert 1,14 m hoch. Die Statue kam 1889 durch den in Bremke geborenen Pfr. Hardebusch nach Oedingen. Diese Statue wurde früher bei Prozessionen mitgeführt.

Am 09.05.1946 wurde die Statue von dem Bildhauer Georg Gödeke zusammen mit der Staute des St. Michael, Seitenfigur des alten Hochaltares (Barock) aus Lindenholz von 1689, und dem Hlg. Schutzengel, rechte äußere Seitenfigur des Hochaltares aus Lindenholz von 1689 nach Reiste zurückgeholt.

Das spätgotische Sakramentshäuschen

Die Herkunft ist nicht überliefert. Es war aber schon in der alten Kirche eingemauert. Es wird vermutlich um das Jahr 1450 gefertigt worden sein. Dieses Sandsteinwerk wurde auf Veranlassung des Bildhauer Georg Gödeke aus Beisinghausen an seine heutigen Platz versetzt.

Das Bild Mariens (Immerwährende Hilfe):

Es stammt aus dem aalten Marienaltar von 1637. Wurde von dem Reister Pastor Ibers gerahmt und restauriert.

Die Orgel

Sie zählt zu den historischen Orgeln in Westfalen. Sie ist sehr wertvoll und wurde im Jahre 1633 für das Kloster in Grafschaft gebaut. Im Jahr 1747 bekam die Klosterkirche in Grafschaft eine neue Orgel und die alte kam in die Kirche von Reiste. Im Jahre 1836 wurde sie in die Notkirche versetzt. Beim Einbau in die neue Kirche wurde sie neu aufgebaut unter Verwendung des gesamten alten Pfeifenmaterials. Orgelbauer Anton Fische aus Beckum übernahm diese Arbeiten nach einem Plan des Küsters, Organisten und Lehrers von Reiste, Johann Friedrich Nolte.

Die Orgel ist fas unverändert im Zustand von 1860 erhalten. Laut Befund vom Jahre 1951 sind noch sieben Register aus der alten Orgel von 1633 erhalten., außerdem sechs Register des 18. Jahrhunderts unbekannter Herkunft. Seit 1950 steht sie unter Denkmalschutz.